Dienstag, 26. Juni 2012

Manchmal


Manchmal, in der Dunkelheit,
so wie gestern um die Zeit,
zwischen Müdigkeit und Schlaf,
wenn der Traum fast wirklich ist,
merk ich, daß ich Dich vermiß.

B.S.
(1997)

Männer


Männer haben mich bestohlen:

Einer nahm die Unschuld mir,
der andere meine Stärke.

Einer brachte mich um‘s Geld,
der andere nahm mir meinen Glauben.

Einer raubte mir den Schlaf,
ein anderer mein Vertrauen.

Einer brach sogar mein Herz,
zerstörte meine Seele.

Und dennoch, nichts von all dem
vermiss ich so sehr wie die Zeit,
die ich ihnen geschenkt habe.

                     B.S. (1997)

Montag, 25. Juni 2012

Freiheit?


Irgendwann vermischte sich die Traurigkeit mit der Resignation und beide verstanden sich auf Anhieb so gut, dass sie miteinander sehr viel Spaß hatten und sich unter Lachen ihren nächsten Einsatz verschafften.

Die Detonationen kommen in immer kürzeren Abständen. Bis zum großen Knall hat man sich schon daran gewöhnt, so dass der Schrecken sich bequem breit machen kann und sich mit seiner Berechtigung einiges von sich selber nimmt.

Aber da ist die Angst. Die Angst ist der ständige Begleiter und lässt einen nicht schlafen. Die wenigen Träume an die ich mich erinnere waren angenehm unterhaltsam, verglichen mit der wachen Realität, deren Unterhaltsamkeit ihr Publikum auf weitaus unangenehmeren Weltbrettern findet.

Bretter, die die Welt bedeuten sind bei manchen oftmals die Bretter vor dem Kopf.

Was tut man so, mariniert in dieser Mischung, mit sich und seinen irgendwann abhanden gekommenen Möglichkeiten? Da sich niemals die Möglichkeiten uns, sondern immer wir den Möglichkeiten anpassen, bleibt  noch nicht einmal von der Freiheit der Wahl etwas übrig, außer uns mit dem Resultat bisheriger Entscheidungen zu arrangieren. Alles hat eben seinen Preis.

B.S.
3.8.2011

Damals


Das Leben war für die meisten ein ganz normales Dasein, ohne größere Einschnitte und Schicksalsschläge. Niemand machte sich Gedanken um das Morgen. Ob genug Geld zum Kaufen für etwas Essbares vorhanden sein wird oder ein Einschlag von oben aus heiterem Himmel auf Köpfe und Körper fällt und die kurzen Leben auslöscht. Manchmal, ganz selten, las man in Zeitungen in Riesenschlagzeilen von furchtbaren Geschehnissen in fernen Ländern. Länder, weit weg von dem eigenen Umfeld in dem sich das Leben fast ohne den Tod verbreitete.

Natur war gesund und zwitscherte durch Vögel ihre Laute in blaue Himmel, und das Grün der rauschenden Baumblätter vermischte sich mit bunten Blumen und flatternden Schmetterlingen. Man legte sich träumend in Wiesen um im Gleichklang mit dem Plätschern des kleinen Baches und dem Duft blühender Gräser unbewusst die Seelen zu stärken. Die Zeit tickte langsamer und man freute sich noch auf neue Tage.

Ins Leben dieser Zeit träumt man sich gerne zurück, vergisst für einen kurzen Moment die Trostlosigkeit und den Verlust der Freude. Träume – jeder Traum hat seine Zeit. Auch die unsere, jetzige. Die Vögel zwitschern noch genau so. Der Himmel strahlt noch immer in diesem Blau, das gemeinsam mit den bauschigen, weißen Wolken unzählige Geschichten erzählt. Und doch – es ist anders!

B.S.
29.11.2008

Sonntag, 24. Juni 2012

Blumenduft und Grillenzirpen


Blumenduft und Grillenzirpen,
Sommerwind fährt durch Dein Haar.
Blauer Himmel, weiße Wolken,
Bächlein plätschert, wunderbar.

Kannst den Sauerampfer schmecken,
riechst das Kleeblatt neben Dir,
mußt den Schmetterling nicht suchen,
kannst ihn fühlen, ganz nah hier.

Nichts ist da, was weh tun kann,
Nichts und Niemand weit und breit.
Laß die Augen zu und träume,
Erwachsensein ist noch so weit.

B.S.
(1997)

Glück





Das Insekt


Ich flieg um mich herum,
wie ein gefräßiges Insekt.
Mein Stachel ist schon sehr verbogen,
er hat schon wieder was entdeckt.

Da sitz ich nun, genervt vom Summen
der eigenen Angriffsstrategie,
und weiß, auch wenn ich doch gewinne,
der Sieger bin ich leider nie.

Nur in der Nacht, in dunklen Stunden,
verliert das Tier an Energie.
Und ich, ich leck mir meine Wunden,
verheilen werden sie wohl nie.

B.S.
6.1.08